Gefahrgut-Foren von

 
Optionen
#24909 - 05.06.2018 11:24 ID 8000
Stefan82 Offline
Veteran

Registriert: 26.09.2013
Beiträge: 157
Ort: Berlin
Hallo zusammen,
ich prüfe gerade den Versand von Kosmetik per ID 8000.

Hierzu haben sich jetzt Fragen ergeben, zu deren Beantwortung ich gerne euer Schwarmwissen anzapfen möchte.

In der PI Y963 (d) wird eine Druckprüfung verlangt.
Wie handhabt ihr dies oder sind eure Erfahrungen? Sind Verpackungen auf Grund anderer Anforderungen normalerweise in der Lage diese Vorgaben zu erfüllen oder muss jedes Produkt speziell geprüft werden?

Gleiche Frage zu den Anforderungen für Druckgaspackungen unter (h)

Wie gewährleistet ihr das verhindern des auslaufens?
Wir nutzen im Straßentransport Zipbeutel mit Luftpolster. Bei einem Test mit einem komplett mit Wasser befüllten Beutel, festgehalten an der gegenüberliegenden Ecke, tropften ca. 2 Tropfen pro Sekunde heraus. Tatsächlich am Ende vorhandene Menge wird 100ml wahrscheinlich nicht überschreiten.
_________________________
Grüße aus der Hauptstadt

Stefan

[zum Seitenanfang]
#24924 - 06.06.2018 10:34 Re: ID 8000 [Re: Stefan82]
DJSMP Offline
Meister aller Klassen

Registriert: 06.12.2004
Beiträge: 694
Ort: Sachsen
Diese Forderung ist in 5.0.2.9 immer angezeigt und keine spezielle ID 8000-Forderung.

Prinzipiell ist das Thema sehr heikel, weil es von gefühlt 90% der Hersteller und Versender ignoriert wird.

Abhilfe kann geschaffen werden, indem die heiklen Innenverpackungen (z.B. aus Glas), bei denen das Thema nicht sauber geregelt ist, mit Aufsaugmaterial in eine Zwischenverpackung (z.B. Schraubdeckeldose aus Metall) eingestellt werden, die die Druckanforderungen erfüllt, bevor sie in die Außenverpackung gepackt werden.

Im Straßen- und Seeverkehr besteht diese Forderung nicht. Das Problem ergibt sich nur auf Grund der Reiseflughöhe von bis zu 13.000 m Höhe. Dort sinkt der Luftdruck auf bis zu 20 kPa ab (siehe wikipedia, IATA hat 25 kPa), was dazu führen kann, dass Flüssigkeiten austreten, wenn die Innenverpackung dem dadurch entstehenden Überdruck nicht standhalten kann.

Ein Zippbeutel wird das Druckproblem nicht lösen. In 5.0.2.9 ist festgelegt, dass die Innenverpackung einem Innendruck stand halten muss, der zu einer Druckdifferenz von mind. 95 kPa (bzw. 75 kPa) führt oder dem aus dem Dampfdruck der Flüssgkeit abgeleiteten Druck stand halten muss, je nachdem welcher Wert höher ist. Für den aus dem Dampfdruck abgeleiteten Druck sind drei Methoden beschrieben.


Bearbeitet von DJSMP (06.06.2018 10:41)

[zum Seitenanfang]
#24926 - 06.06.2018 10:56 Re: ID 8000 [Re: Stefan82]
Stefan82 Offline
Veteran

Registriert: 26.09.2013
Beiträge: 157
Ort: Berlin
Hallo DJSMP,
das die Anforderungen die gleichen sind wie bei allen Gefahrgütern hat mir schon deutlich geholfen.
Dann werde ich den Herstellern mal versuchen auf die Füße zu treten. Zusätzlich hätten wir noch die Möglichkeit, was meistens auch gemacht wird, die Produkte zusätzlich in Folie zu verschweißen. Allerdings ist hier Druckresistenz ebenfalls unklar und eher unwahrscheinlich.

Hast du mit derartigen Geschichten zu tun? Wie sieht es mit einer Bestätigung für die Konformität mit ID 8000 (den Anforderugnen an die Innenverpackungen) durch die Hersteller aus? Meinst du das könnte reichen? Ich kann weder alles selbst testen noch Prüfberichte für tausende Artikel ablegen und pflegen.


Bearbeitet von Stefan82 (06.06.2018 10:56)
_________________________
Grüße aus der Hauptstadt

Stefan

[zum Seitenanfang]
#24934 - 06.06.2018 13:56 Re: ID 8000 [Re: Stefan82]
DJSMP Offline
Meister aller Klassen

Registriert: 06.12.2004
Beiträge: 694
Ort: Sachsen
Ich habe dazu bisher so gut wie keine Informationen bekommen. Als Verpackungsdienstleister sind wir daran gebunden, was uns der Kunde zum Verpacken hinstellt. Als Trainer für Luftfrachtschulungen hebe ich mahnend den Zeigefinger.

Wir hatten vor einiger Zeit das Problem mit den Weißblechdosen mit Druckdeckel (Farbdosen im Baumarkt), bei denen man mit einem Schraubendreher den Deckel öffnen kann. Dort gab es bei einem Kunden tatsächlich Produktaustritt, weil der Deckel eben einfach mal Plop gemacht hat. In diesem Fall hat der Hersteller 3 Metallklammern je Dose dazu geliefert, die laut seiner Aussage 120 kPa abhalten. Diese Aussage habe ich Schriftlich per Email erhalten.

Meine Kunden versuche ich so zu erziehen, entweder Kunststofflaschen mit Eigenprüfung als Einzelverpackung UN 3H1 als Innenverpackungen einzusetzen. Die haben eine Druckprüfung mit reichlich 150 kPa oder mehr. Oder ich versuche die Kunden von der Notwendigkeit zu überzeugen, Ihre Innenverpackungen der Druckprüfung zu unterziehen. Letzteres gelingt mir nur mit mäßigem Erfolg.


Bearbeitet von DJSMP (06.06.2018 13:57)

[zum Seitenanfang]
#24936 - 06.06.2018 14:48 Re: ID 8000 [Re: Stefan82]
Stefan82 Offline
Veteran

Registriert: 26.09.2013
Beiträge: 157
Ort: Berlin
Kosmetika und Parfüm in Kunststoffflaschen lassen sich eher schlecht an den Endverbraucher verkaufen. Das wird also nichts.
Bleibt mir also erstmal nur noch der Weg über die Hersteller.


Bearbeitet von Stefan82 (06.06.2018 14:48)
_________________________
Grüße aus der Hauptstadt

Stefan

[zum Seitenanfang]
#24938 - 06.06.2018 15:03 Re: ID 8000 [Re: Stefan82]
DJSMP Offline
Meister aller Klassen

Registriert: 06.12.2004
Beiträge: 694
Ort: Sachsen
Ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen grin

[zum Seitenanfang]

Moderator:  UHeins 
Suche

Aktuell wird diskutiert
Transport von CO2 Flaschen
von Gerald
Gestern um 20:47
Verpackungscode
von Kay Schmauder
Gestern um 15:24
Ausnahme 18
von Kay Schmauder
Gestern um 15:13
Produkttipps


Präsentiert von
ecomed SICHERHEIT und Storck Verlag Hamburg
Marken der ecomed-Storck GmbH
www.ecomed-storck.de
Impressum | Datenschutz