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Zulassung als Bekannter Versender #26797
27.05.2019 08:26
27.05.2019 08:26
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tree787 Offline OP
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Hallo,

hat sich jemand bereits einmal mit dem Thema "Zulassung zum bekannten Versender" auseinandergesetzt? Siehe auch: https://www.lba.de/DE/Luftsicherheit/BekannteVersender/BekannterVersender_node.html

Über einen Newsletter habe ich erfahren, dass es bei "Schwarz-Alarm" zu einer Sichtkontrolle kommen kann, wobei die Versandstücke geöffnet werden. Das wäre bei (gekühltem) Probenmaterial äußerst problematisch.
Es soll ausgeschlossen werden, dass sich explosive Stoffe im Versandstück befinden.

Sollte man sich dazu, insbesondere für das Bekannte-Versender-Sicherheitsprogramm, einen Experten hinzuziehen? Wie kann die Zuverlässigkeitsüberprüfung des Personals umgesetzt werden?

Danke.

Gruß

Re: Zulassung als Bekannter Versender [Re: tree787] #26836
04.06.2019 07:26
04.06.2019 07:26
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Moin tree787,
In der Regel wird man informiert bei Dunkelalarm. Eben wegen diesen Problemen.
Will man bekannter Versender sein, muss intern mind. 1 Sicherhehitsbeauftragter benannt und geschult werden. Den passenden Link vom LBA hast du ja bereits angefügt. Extern ist das nicht machbar - ausser zur Beratung natürlich, aber das erledigt sich wenn der SiBa geschult ist.
Die ZÜP muss beim hiesigen Amt gestellt werden. Dazu gibt es einen Vordruck, leider hat jede Behörde ein anderes Layout. Einfach mal googeln, welche Behörde zuständig ist.
Z.B. für Schleswig-Holstein ist die Luftsicherheitsbehörde Hamburg zuständig.
Für das BVSP (bekannte-Versender-Sicherheitsprogramm) ist auch eine Menge zu beachten. Besonders Zutritts- und Überwachungsmechanismen auf dem Betriebsgelände sind zu installieren etc.
Aber das bekommt man bei der mehrtägigen Schulung alles erzählt.
Viel Glück.. aw

Re: Zulassung als Bekannter Versender [Re: tree787] #26838
04.06.2019 09:19
04.06.2019 09:19
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Für meine Begriffe ist der bekannte Versender (bV) purer Aktionismus und sicherheitstechnisch wenig wirkungsvoll. Als ob Sendungen sicherer werden, wenn das versendende Unternehmen ein Programm auflegt und hinter verschlossenen Mauern einpackt. Gerade wenn es um zu dichte Behälter mit Dunkelalarm geht, macht der bV das nicht sicherer, wenn die Behälter beispielsweise durch Dritte abgefüllt werden. Unsere europäischen Nachbarn werben damit, dass man dort abfliegen soll, weil 100% geröntgt wird und niemand diese deutsche Interpretation in diesem Maße fährt.

Zunächst einmal sollte man klären, wie oft Luftfracht verschickt wird. Die Anerkennung als bekannter Versender lohnt sich nicht, wenn man pro Jahr nur ein paar Sendungen hat. Der (auch finanzielle) Aufwand ist enorm. Ich kenne kein Unternehmen, welche mit Investitionen unter 15.000 EUR zum bekannten Versender wurde.

Zum konkreten Fall mit den Proben: Was löst denn den Dunkelalarm aus? Ist das bekannt? Eventuell kann man ja mit deutlich geringerem Aufwand die Probenbehälter so konstruieren, dass das nicht mehr vorkommt.

Passiert das nur in Deutschland? Ich will jetzt niemandem zu nahe treten. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass das in Deutschland häufiger angegeben wird, um möglichst viele Versender auf bV zu bekommen und den Röntgenaufwand zu sparen. Ich kenne einige Fälle, bei denen die Versender regelrecht genötigt wurden, bV zu werden. Ansonsten wollte man die Fracht nicht mehr akzeptieren.

Wo fliegt ihr ab? Eventuell sollten mal alternative Routings mit Abflugsort im nahen Umfeld um Deutschland herum geprüft werden. Ich weiß, dass das für gekühltes Material nicht ganz einfach ist.

Re: Zulassung als Bekannter Versender [Re: DJSMP] #26846
04.06.2019 14:44
04.06.2019 14:44
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Danke für die Rückmeldungen.

Luftfracht wird nur bei Bedarf und völlig unregelmäßig verschickt. Dunkelalarm wurde auch noch nicht ausgelöst (bzw. mir nicht bekannt). Wenn es aber passiert und die Ware dann längere Zeit irgendwo rumsteht, sind ggf. mehrere Monate Forschungsarbeit für die Tonne...Dies ist bereits einmal passiert (Grund unbekannt). Daher war meine Überlegung eher präventiver Natur.

Abflugort ist immer in Dtl.. Ein alternativer Abflugort wäre schon extrem aufwändig und die Transportdauer würde sich ja auch verlängern.

Re: Zulassung als Bekannter Versender [Re: tree787] #26847
05.06.2019 08:05
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Weiß hier jemand, wie das angeblich ab 1.7 wegfallende Sonderkontrollverfahren (Sprengstoffsensoren nur für Außenfläche) ersetzt werden soll? Die Quelle für den Wegfall habe ich mittlerweile beim LBA finden können.
Gruß
M.A.T.

Zuletzt bearbeitet von M.A.T.; 05.06.2019 14:48. Bearbeitungsgrund: Anpassung Quelle
Re: Zulassung als Bekannter Versender [Re: tree787] #26848
05.06.2019 09:03
05.06.2019 09:03
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Hallo tree787,

es ist vollkommen klar, dass sich bei einem alternativen Abflughafen die Beförderungsdauer verlängert. Und wenn die Anfrage präventiver Natur ist, dann ist das ja auch kein akutes Thema. Wenn du schreibst, dass im Falle des Falles Forschungsarbeit von mehreren Monaten dahin ist, sollten gegebenenfalls genügend Proben angefertigt werden, um im Falle des Falles noch einen zweiten Versuch (oder auch dritten Versuch) zu haben. Es kann immer etwas passieren. 100%ige Sicherheit, dass die Probe ankommt, gibt es nicht.

Genauso wird man an irgend einer Stelle Kompromisse eingehen müssen, wenn möglichst in 99% der Fälle alles glatt laufen soll und du etwas verbessern willst. Ohne Veränderungen und ggf. Investitionen bleibt der status quo.

Aber so wie du das beschreibst, lohnt sich der bV für euch nach meiner Meinung nicht. Beim bV sprechen wir von einem hohen Sendungsaufkommen (mehrere Sendungen pro Woche), damit sich das lohnt. Aber euer sporadischer Probenversand dürfte das nicht wert sein, außer ihr wollt euch den Luxus gönnen und einen Sicherheitsbereich mit beschränkten Zutritt für wiederkehrend geschultes Personal kreieren, zwei Sicherheitsbeauftragte wiederkehrend schulen, ein Luftsicherheitsprogramm erstellen und einführen, LBA Audits über euch ergehen lassen, und und und.

Re: Zulassung als Bekannter Versender [Re: DJSMP] #26849
05.06.2019 12:57
05.06.2019 12:57
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Danke für die Einschätzung.

Das mit den Rückstellproben ist natürlich eine Variante aber nicht immer umsetzbar. Manche Verfahren sind so aufwändig, dass man froh ist überhaupt wenige Gramm von einer Substanz/einem biologischen Stoff gewinnen zu können.

Ich werde die Thematik aufgrund des Aufwands hinten anstellen und abwarten. Problem Nr. 1 ist nämlich schon die Gebäudesituation, da es sicherlich über ein Dutzend Gebäude betrifft...


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