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Quarzfasern und Glasfasern #28189 28.01.2020 17:46
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hannair Offline OP
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Hallo Leute,

ich bin ganz neu hier und habe mich hier angemeldet, um einige Fragen zum Thema Glas und Quarz zu stellen.
Seit einiger Zeit arbeite ich im Labor mit Quarzwolle. Diese ist krebserregend, weshalb über ein Abzugsystem diskutiert wird, welches Luft nach untenhin abzieht. Vorher war es oft so, dass man einen "normalen" Laborabzug dafür genommen hat, was absolut ungeeignet war, meiner Meinung nach. Was sagt ihr dazu?
Selbst mit Abzugsystem (egal wohin es die Luft jetzt wohl zieht), ist auch angeraten, mit einer Atemschutzmaske zu arbeiten. Welche Art von Maske wäre hier wohl erforderlich?
Gibt es vielleicht einige Leute hier, die sich mit so etwas auskennen?

Die zweite Sache, über die ich seitdem nachdenke, ist dass ich auch den ganzen Tag über mit Cellulosenitrat-, Glasfaser- und Quarzfaserfiltern arbeite. Jetzt sagen die meisten, dass wenn Glasfasern und Quarzfasern so sehr zusammen verarbeitet sind, dass es wohl sehr unwahrscheinlich ist, dass von diesen Filtern etwas eingeatmet werden kann. Wie seht ihr das? Oft kommt es bei diesen Stoffen auf die Faserlänge an (<1nm? = krebserzeugend; bitte korrigiert mich, wenn ich mich täusche), aber wer versichert mir, dass sich nicht eventuell auch Fasern dieser Größe lösen und ggf. dann auch eingeatmet werden können?

Die letzte Sache die für mich ebenfalls ein Thema ist, ist der Staub, der nach der Probennahme auf den Filtern liegt und zu mir zurückkommt; oft kann man ja schlecht sagen, was dort drin enthalten ist und was für Partikel dann demnach dabei sind. Sollte man auch an der Stelle ggf. mit einer Atemschutzmaske arbeiten oder wäre das einfach zu übervorsichtig gedacht?

Im Voraus schonmal vielen Dank für eure Hilfe!

Hannair

Re: Quarzfasern und Glasfasern [Re: hannair] #28191 29.01.2020 07:28
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aw_ Offline
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Moin,
ohne auf Deine Fragen eingehen zu wollen - kenne mich nicht aus - solltest Du aber wissen, dass das ganz klar eine Angelegenheit der Arbeitssicherheit ist. Hier ist der Unternehmer gefragt entsprechende Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen und geeigente Maßnahmen zur Einhaltung der Anforderungen zu ergreifen.
Schau bitte ins Arbeitsschuztzgesetz und Arbeitssicherheitsgesetz.
Das Umzusetzen geht natürlich nur mit entsprechender Fachkenntnis. Man muss sich überlegen ob es sich intern lohnt jemanden auszubilden oder eben einen externen Dienstleister zu engagieren.
gruss..aw

Re: Quarzfasern und Glasfasern [Re: hannair] #28195 29.01.2020 11:59
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Ich kann aw nur zustimmen, zumal mir die Aussage "Quarzwolle ist krebserregend" nicht fachlich kompetent vorkommt...

cK

Re: Quarzfasern und Glasfasern [Re: _cK_] #28197 29.01.2020 13:17
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Hallo,
ganz mit meinen beiden Vorrednern. Und auch FFP3-Masken halten nicht alles ab, die Grenze liegt bei 98%. Sicherheit ist nie absolut, sondern relativ. Gefährdungsbeurteilung -> Maßnahmenkatalog baulich/organisatorisch -> dann erst PSA.
Gruß
M.A.T.

Re: Quarzfasern und Glasfasern [Re: hannair] #28225 31.01.2020 09:52
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Ursprünglich geschrieben von: hannair
...arbeite ich im Labor mit Quarzwolle. Diese ist krebserregend, weshalb über ein Abzugsystem diskutiert wird, welches Luft nach untenhin abzieht. Vorher war es oft so, dass man einen "normalen" Laborabzug dafür genommen hat, was absolut ungeeignet war, meiner Meinung nach. Was sagt ihr dazu?...


Quarzstäube gelten als krebserregend, aber bei Quarzwolle wäre mir das neu. Faserbruchstücke könnten eine ähnliche Wirkung haben, sehe ich aber als relativ unkritisch an. Für die alveolengängige Fraktion gibt es einen Arbeitsplatzgrenzwert von 0,1 mg/m³. Das ist schon recht wenig und so manch ein Handwerker, der ein Loch in eine Betonwand bohrt dürfte diesen Wert lokal und kurzfristig problemlos überschreiten. In wie weit die Quarzwolle jetzt in kleine Bruchstücke zerfällt, die alveolengängig sind, ist mir nicht bekannt, aber ich ziehe einmal einen Analogieschluss. Bei Asbest gilt eine Akzeptanzkonzentration von 10000 Fasern/m³. Das würde ich mal als Orientierung heranziehen.
In Summe betrachtet gehe ich davon aus, dass wenn man einigermaßen vernünftig mit der Quarzwolle umgeht, dürfte daraus keine relevante Gesundheitsgefahr entstehen.

Jetzt zum Laborabzug. Warum sollte dieser ungeeignet sein? Wenn mit einem Laborabzug vorschriftsmäßig gearbeitet wird dürfte eigentlich kein relevanter Stoff aus dem Abzug ausbrechen und somit eine Gefahr darstellen. Leider verwenden eben viele einen Laborabzug falsch. Da wird der Frontschieber nicht geschlossen, viel zu viel Material im Abzug deponiert und noch einiges mehr. Übliche Laborabzüge haben an der Rückwand eine Prallplatte, an deren Rändern wird die Luft abgesaugt, somit unten, seitlich und teilweise auch oben. Im Abzug bildet sich eine Luftwalze, die von oben an der Frontscheibe entlang nach unten fällt, dann nach hinten um von dort nach oben zu steigen bzw. abgesaugt zu werden.
Eine bessere Absaugung als in einem Laborabzug wird man kaum verwirklichen können.


Moderator  urainer 

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