bei einem namhaften Automobilhersteller begegnen mir immer wieder UN3543 GEGENSTÄNDE, DIE EINEN STOFF ENTHALTEN, DER IN BERÜHRUNG MIT WASSER ENTZÜNDBARE GASE ENTWICKELT, N.A.G. (Natrium)...
Ich habe allerdings nicht mit dem Hersteller zu tun, sondern mit einem Logistiker und, obwohl ich die Automotive-Branche eigentlich einigermaßen kenne, kann ich mir nicht vorstellen, was das für ein Bauteil sein könnte. Versendet wird sowas gleichermaßen wie klassisches Fahrzeugteile (Airbags, Nassbatterien, Lithiumbatterien, Stoßdämpfer).
Hat jemand eine Idee, was das für Bauteile sein könnten?
Re: UN3543 in der Automobilbranche - was ist das?
[Re: Claudi]
#4083705.05.202616:53
Faszinierend! ich habe mal bei Ebay geguckt, das ist anscheinend nicht ungewöhnlich, mit dem Natrium im Ventil. Vllt sind es garnicht immer die Lithiumakkus, die den Schrottplatz in Brand setzen.
_________ Gruß André
Re: UN3543 in der Automobilbranche - was ist das?
[Re: ATHI]
#4085507.05.202616:12
....Vllt sind es garnicht immer die Lithiumakkus, die den Schrottplatz in Brand setzen.
Hallo, meines Wissens ist Natrium kein selbstentzündliches Metall, und daß die mittlerweile häufigen Selbstentstehungsbrände in Lagern und Sammelstellen durch Aufbrechen der Ventile und Feuchtigkeit zustande gekommen wären habe ich noch nicht gehört. Auf einem Schrottplatz, der wiederverwertet, würden solche Ventile kaum geöffnet. Kann mir die als Auslöser darum nicht vorstellen. Gruß M.A.T.
Re: UN3543 in der Automobilbranche - was ist das?
[Re: Claudi]
#4085608.05.202610:16
Nicht nur ältere Modell und nicht nur dieser Hersteller. Das ist durchaus im "Premiumsegment" verbreitet und tatsächlich ein klassisches Beispiel für "Gefahrgut in Gegenständen". Habe mal ein Bild eines solchen Ventils beigefügt und hier auf dieser Seite sieht man es "aufgeschnitten". https://www.kfz-tech.de/Biblio/Motorsteuerung/VentilNatrium.htm
LG Phil
Re: UN3543 in der Automobilbranche - was ist das?
[Re: Phi_l]
#4097510.06.202617:19
Diese Gegenstände dürften demnächst auch nocheinmal mehr Aufmerksamkeit erhalten.
Aus mir nicht vollständig nachvollziehbaren Gründen hat man die Verpackungsanweisungen P 006 für diese UN Nummer nicht in die Modellvorschriften und somit nicht in alle Verkehrsträger aufgenommen. Das macht wohl nun beim Luft- und Seetransport genau dieser und ähnlicher Gegenstände Probleme und daher gibt es nun bereits erste Anträge, wieder neue Sonderregelungen für Gegenstände bei denen das Gefahrgut versiegelt, verschweißt oder sonstwie quasi unfreisetzbar verschlossen enthalten ist einzuführen...
Ich hoffe sehr, dass man es in den internationalen Gremien möglichst elegant und einheitlich gelöst bekommt. Denn aus diesen Ventilen bekommt man das Natrium nur freigesetzt, wenn man sie mit einer Flex zersägt. Die kann man sogar im 90 Grad Winklel verbiegen und es wird kein Natrium von außen erreichbar...
Hier mal die aktuellen Paper dazu, die Autoindustrie ist wohl auch dran noch eines dazu einzureichen...
Der IMDG-Code verlangt für derartig klassifizierte Gegenstände ja von der Behörde festgelegte Beförderungsvorgaben - das mag aufwendig sein, aber darin wird dann, passend zum Gegenstand, festgelegt, wie der zu verpacken ist.