Ablehnung Container (Spraydosen) wegen VOC-Gehalt?
#40931
01.06.2026 15:00
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Claudi
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Hallo zusammen,
ist nicht direkt ein Gefahrgut-Thema. Hatte schon mal jemand von euch folgenden Fall?
In Rotterdam sind Export-Container mit Spraydosen abgelehnt worden wegen zu hohem VOC-Gehalt. Die Spraydosen sind von einem Qualitätshersteller, unbeschädigt (Container ging zurück und wurde geprüft). Der Hersteller sagt, dass es normal ist, dass Spraydosen nicht komplett gasdicht sind und das auch normativ bekannt und zulässig ist. Ist also technisch bedingt und ganz normal. Es können wohl dadurch im Container um die 600ppm sein.
Die Firma verschickt seit vielen Jahren viele Container dieser Art und hatte nie Probleme, jetzt aber in kurzer Zeit 3 Ablehnungen. Die Messunternehmen, ggf. im Auftrag der Reederei oder des Terminalbetreibers, beziehen sich auf Arbeitsplatzgrenzwerte.
Ggf. kriege ich noch genauere Infos (welche Werte gemessen wurden/ was genau gemessen wurde).
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Re: Ablehnung Container (Spraydosen) wegen VOC-Gehalt?
[Re: Claudi]
#40935
01.06.2026 16:24
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Jacob Madsen
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Hallo Claudi,
ich kenne derartige Probleme, die aus Container-Kontrollen von Behörden (Pflanzenschutzamt, Veterinäramt, Zoll und WSP) und Reedereien resultieren. Diese Institutionen kontrollieren aus eigenen verschiedenen Anlässen (Ladungssicherung, Gefahrgutvorschriften, Abgaben ...) immer wieder stichprobenartig verschiedenste Container. Dabei sind die Institutionen gehalten den eigenen Arbeitsschutz zu betrachten, zu bewerten und einzuhalten. Insofern werden Container vor dem Öffnen messtechnisch hinsichtlich einer hoffentlich gefahrlosen Container-Atmosphäre überprüft. Um Messergebnisse gefährdungstechnisch beurteilen zu können bedarf es einiger Anhalts- und Vergleichswerte für schädliche Inhalte, die quasi als "Grenzwerte" für ein gefahrloses Öffnen anzusehen sind. Arbeitsplatzgrenzwerte gem. der TRGS 900 sind aufgrund ihrer Zielrichtung (Arbeitsschutz am Arbeitsplatz bei 8-stündiger Exposition an fünf Arbeitstagen) nicht unbedingt hilfreich (zudem gilt die TRGS nur in D). Allerhöchstens könnten "Kurzzeitwerte" gem. TRGS 900 als Bewertungen herangezogen werden. International, mindestens in Europa können und werden die AEGL-Werte (Acute Exposure Guidance Levels) zur Bewertung des kurzzeitigen Einflusses der Kontrolleuren herangezogen. Weitere Infos zu AEGL findest Du beim Umweltbundesamt und der baua. Das Problem der AEGL-Liste ist, dass es nur eine begrenzte Anzahl von Leitwerten für bestimmte Expositionen gibt. Es gibt aber hilfreiche unterschiedliche Zeitwerte, die eine Bewertung im Rahmen einer Kontrolle zulassen. In dem von Dir geschilderten Fall geht es bestimmt um die meßtechnische Feststellung sogenannter "flüchtiger organischer Bestandteile" als Ausgasungsprodukt der in Spraydosen vorhandenen entzündbaren Treibgase. Das mag zwar normativ bekannt und zulässig sein, es verhinderte aber die "gefahrlose" Kontrolle des Containers. Insofern wurde der Container festgesetzt und vielleicht aktiv vor der anschließenden Kontrolle belüftet. Es gehört leider zu den Gesetzmäßigkeiten menschlichen Handelns, dass einmal aufgefallene Produkte gerne wieder kontrolliert werden.
schöne Grüße aus dem Norden
Jacob Madsen
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Re: Ablehnung Container (Spraydosen) wegen VOC-Gehalt?
[Re: Jacob Madsen]
#40936
01.06.2026 16:51
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Claudi
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OP
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Ich habe ja gar kein Problem damit (im Gegenteil), dass der Arbeitsschutz beachtet wird, wenn jemand den Container öffnen muss aber dann wird der halt belüftet bis die Inspektion gefahrlos möglich ist, es wird inspiziert, verschlossen und er kann weiter reisen. Gemessen wird der geschlossene Container durch die Dichtung - klar.
Hier werden Container abgelehnt, hohe Kosten aufgerufen obwohl niemand 8 h in dem Container arbeitet, sondern der Container geöffnet und die Ware inspiziert wird. Ich glaube nicht mal, dass jemand in den Container krabbelt (oder doch?). Angeboten wurde, die Ware in gasdichte Verpackung umzupacken oder eben den ganzen Container zurückzuschicken. Erwartet wird im Container Luft in Qualität wie draußen.
Aussage: "As you said, Aerosols lose small amounts of propellant (which is Methyl Ether in this particular case). Knowing that this happens, does not automatically justify this happening though. Under Dutch law, companies are required to provide their employees with a safe workplace and must ensure this by means of a Risk Inventory and Evaluation (RI&E)."
Wenn es aber so ist, wie der Hersteller sagt (es gast immer etwas aus über die Zeit, im Lager und beim Transport), ist das Dilemma: es lässt sich kaum verhindern (man prüft ventilated container) und wie der Arbeitgeber der Inspekteure Arbeitssicherheit herstellen kann, ist doch hier nicht das Problem des Herstellers. Ja, dann muss der Container wohl etwas ausgelüftet werden und dann misst man nochmal. Ja, das mag was mehr kosten für Standzeit und ggf. Handling, aber komplett ablehnen?
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Re: Ablehnung Container (Spraydosen) wegen VOC-Gehalt?
[Re: Claudi]
#40937
01.06.2026 17:24
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Jacob Madsen
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Hallo Claudi,
eine komplette Ablehnung eines Containers sollte rechtlich aufgrund von konkreten Gesetzespassagen oder inhaltlich aus dem IMDG-Code begründet werden können. Alles andere wäre willkürliches Handeln. Es stellt sich die Frage: wer lehnt den Container ab? Ich stimme Dir zu, dass nach einer angemessenen Lüftung und erneuten atmosphärischen Kontrolle die Inspektion eines Containers möglich sein sollte. So kenne ich das aus dem Hamburger Hafen.
schöne Grüße aus dem Norden
Jacob Madsen
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