Q-Value im SAP
#41244
04.09.2026 08:48
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Ivan
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Hallo zusammen,
vorab entschuldige ich mich, falls dieses Thema nicht ganz in diese Gruppe gehört. Gleichzeitig vielen Dank an alle, die bereit sind, ihre Erfahrungen oder einen Tipp dazu zu teilen.
Es geht um die Implementierung von Q-Value-Berechnung im SAP-System.
Wie wahrscheinlich viele von euch nutzen auch wir SAP als zentrale Database zur Pflege der relevanten DG-Daten (Klassifizierung, Mengenbegrenzungen usw.). Alle nachgelagerten Systeme greifen auf diese Stammdaten zu.
Hat jemand von euch bereits Erfahrung mit der Implementierung einer Q-Value-Berechnung in SAP oder eine solche Lösung bereits im Einsatz? Falls ja, würde mich sehr interessieren, wie ihr das technisch bzw. prozessual umgesetzt habt.
In meinem Unternehmen stoße ich bei diesem Thema bisher überwiegend auf Widerstand, mit der Begründung, dass eine solche Berechnung im System nicht möglich sei, da sie kein SAP-Standardprozess ist.
Eine manuelle Bearbeitung kommt für uns nicht infrage, da im Unternehmen ausschließlich automatisierte Prozesse angestrebt werden.
Vielen Dank im Voraus für eure Erfahrungen, Hinweise und Ideen!
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Re: Q-Value im SAP
[Re: Ivan]
#41245
04.09.2026 14:49
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DJSMP
Held der Gefahrgutwelt
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Hallo Ivan,
ich möchte es kurz machen: Aus meiner Erfahrung heraus schätze ich es so ein, dass eine komplett automatisierte Q-Wert-Berechnung mit SAP nicht funktionieren wird. Mir ist nicht bekannt, dass der Q-Wert in irgendeiner Weise SAP überhaupt bekannt ist. Mir wurde es mal so berichtet, dass die Entwicklung des Gefahrgutmoduls (heisst nicht so, hängt noch irgendwo dran) bei SAP keine Priorität genießt und eigentlich schon seit vielen Jahren nicht mehr weiterentwickelt wird.
SAP bringt in diesem kostenpflichtigen Zusatzmodul nach meinen Erfahrungen einen Gefahrgutstamm mit und kann sich zu bestimmten Produkten automatisch die Gefahrgutangaben ziehen. Der wird immerhin regelmäßig aktualisiert aber Updates kosten extra. Man denke nur mal an die ganzen neuen Eintragungen und UN-Nummern für Gegenstände, die zumindest im Land- und Seeverkehr wichtig geworden sind. Aber nicht umsonst senden zahlreiche Versender die Geräte nicht als Geräte sondern als die Flüssigkeit oder das Gas, die/das in den Geräten drin ist.
Wenn sich Produkte in (Einzel-)verpackungen befinden oder immer nur ein Produkt in einem Versandstück ist, mag das auch noch gehen. Möglicherweise kann SAP auch noch verschiedene gleichartige Versandstücke auf Umverpackungen aufteilen. Dann hört es aber auf. SAP kann im Prinzip genau das, was in Beispiel 13 (Abbildung 8.1Q) der IATA-DGR abgebildet ist. Nicht mehr und nicht weniger.
Eine serienreife automatische Lösung für verschiedenen Gefahrgüter in einer Außenverpackung (zusammengesetzte Verpackung) mit Q-Wert habe ich bei SAP noch nicht gesehen. Ich denke, dass das generell nicht funktioniert und mit der jetzigen Entwicklungsstufe unmöglich ist. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren... :-)
Tut mir leid, dass ich dir die Illussion nehmen muss.
Entweder einigt man sich darauf, Versandstücke nur "sortenrein" zu packen. Dann verschenkt man sehr viel Verpackungsvolumen und erzeugt deutlich höhere Verpackungs- und Transportkosten durch nicht genutzten Verpackungsraum. Oder aber man schreibt die DGD weiterhin händisch.
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Re: Q-Value im SAP
[Re: DJSMP]
#41246
04.09.2026 15:27
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M.A.T.
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Hallo, zwei Anmerkungen dazu die auf Hörensagen betr. SAP EHS (Environment, Health and Safety) und meiner eigenen Erfahrung mit GG-Software beruhen.
...Mir wurde es mal so berichtet, dass die Entwicklung des Gefahrgutmoduls (heisst nicht so, hängt noch irgendwo dran) bei SAP keine Priorität genießt und eigentlich schon seit vielen Jahren nicht mehr weiterentwickelt wird.... ...Entweder einigt man sich darauf, Versandstücke nur "sortenrein" zu packen. Dann verschenkt man sehr viel Verpackungsvolumen und erzeugt deutlich höhere Verpackungs- und Transportkosten durch nicht genutzten Verpackungsraum. Oder aber man schreibt die DGD weiterhin händisch.
Mir wird seit Jahren berichtet, daß die bienniale Änderungsfrequenz und -umfang mit den Produktentwicklungszyklen beim Softwarehersteller nicht konform gehen. Daß außerdem die willkürlich wechselnden ICAO/DGR-Sonderlocken und die Multis zeitnah und korrekt eingebunden werden halte ich für schlichtweg ausgeschlossen und nicht finanzierbar.
Keine mir derzeit bekannte GG-Software ist 100%ig imstande, alle Inkonsistenzen und auch Grauzonen (also nicht nur y/n) im Gefahrgutrecht - selbst wenn man nur das ADR betrachtet - automatisiert abzubilden. Es ist regelmäßig notwendig, daß fachlich versierte Menschen sowohl in den Entscheidungsbäumen als auch bei der Entscheidung selbst den Ausschlag geben. Da führt nach derzeitigem Stand - übrigens auch der K.I. - kein Weg drumherum.
Wenn ich mich recht erinnere wurde über die K.I.-gestütze Klassifizierungssoftware eines Chemiegiganten bei der Verleihung des Innovationspreises GG geschrieben, daß nach zweistelligen Mannjahren in der Entwicklung ca. 80 % der Fälle verläßlich korrekt entschieden würden. Und das deckte nur den Teilaspekt "Klassifizierung" ab!
Der Schlußfolgerung von Kollege DJSMP stimme ich in jeder Hinsicht und mit voller Überzeugung zu. Siehe auch hier und hier. Gruß M.A.T.
ps: die Kollegin Claudi hat vor einiger Zeit umfangreich zu K.I. und GG recherchiert und auch veröffentlicht; sie hat zu diesem Punkt sicher auch eine fundierte Einschätzung.
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Re: Q-Value im SAP
[Re: Ivan]
#41247
04.09.2026 15:36
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M.A.T.
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Hallo, Ivan zu dem Punkt "ausschließlich automatisierte"... nur der Hinweis, daß ein juristisch haftbar zu machender Mensch hier jede Entscheidung verifizieren und dafür einstehen und unterschreiben muß. Es ist also unabdingbar, will man Compliance ernst nehmen, daß in Ihrer Firma zumindest eine Person mit entsprechender Expertise vorhanden ist. Eine Software alleine wäre nicht satisfaktionsfähig unter ICAO-Regeln. Gruß M.A.T.
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ADR 2025
von ralfgrahneis19 - 02.09.2026 14:23
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