Gefahrgut-Foren.de
 
vorheriges Thema
nächstes Thema
Thema drucken
Seite 5 von 5 1 2 3 4 5
Re: Prüfzusammenfassung für Tests nach UN 38.3 [Re: Skypainter] #27439 09.09.2019 09:50
Registriert: Mar 2018
Beiträge: 161
N
Nico Offline
Veteran
Offline
Veteran
N
Registriert: Mar 2018
Beiträge: 161
Hallo Skypainter,

wie macht ihr das dann mit Gefahrgut das ein Beförderungspapier benötigt? Das muss doch bei euch vor dem Weitertransport kontrolliert werden.
lg
Nico


Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen wo man nachschauen kann.

behördlich anerkannte Gefahrguttrainerin Luftfracht (PK 1 - PK 12) mit Fokus auf Lithiumbatterien
Re: Prüfzusammenfassung für Tests nach UN 38.3 [Re: Nico] #27440 09.09.2019 10:54
Registriert: May 2015
Beiträge: 134
S
Skypainter Offline OP
Profi
OP Offline
Profi
S
Registriert: May 2015
Beiträge: 134
An jedem Tor gibt es einen Bildschirm, auf dem kann der Lader die Angaben vom Beförderungspapier lesen und sollte dann entsprechend kontrollieren.
(An meiner Wortwahl erkennst du die Realität)


ADR, ADN, RID, IMDG, IATA PK1
spez. Klasse 1 und 7
Strahlenschutzbeauftragter
Re: Prüfzusammenfassung für Tests nach UN 38.3 [Re: Skypainter] #27442 09.09.2019 12:20
Registriert: Mar 2018
Beiträge: 161
N
Nico Offline
Veteran
Offline
Veteran
N
Registriert: Mar 2018
Beiträge: 161
Ok dann läuft es bei euch wirklich ganz anders als es zb bei uns war. Der Kunde musste die Beförderungspapiere bis zu einem gewissen vordefinierten Zeitpunkt (18-20 Uhr) elektronisch übermitteln und die Dokumente wurden schon mal vorabkontrolliert. Wenn die Ware dann Nachts im Hub eintraf wurden die Versandstücke mit den Papieren vergleichen und gab es Unregelmäßigkeiten wurde die Sendung stehen gelassen. War alles ADR konform wurde die Ware dann weitergeleitet. Dafür hatten die Mitarbeiter ein Zeitfenster von ca. 2h.
In unseren AGB's stand zb auch, dass bei Gefahrgutware es zu Laufzeitverzögerungen kommen kann, wenn nicht alles den gesetzlichen Vorgaben entspricht und wir dafür keine Haftung übernehmen.
Ich sage nicht, dass das so zu 100% geklappt hat, aber es wurde doch größtenteils schon sehr Ernst genommen. Natürlich hat der Verkauf gemuckt und gemurrt, aber wie gesagt, war der Rückhalt durch die Geschäftsleitung sehr gut.


Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen wo man nachschauen kann.

behördlich anerkannte Gefahrguttrainerin Luftfracht (PK 1 - PK 12) mit Fokus auf Lithiumbatterien
Re: Prüfzusammenfassung für Tests nach UN 38.3 [Re: Nico] #27453 11.09.2019 09:00
Registriert: Dec 2004
Beiträge: 889
DJSMP Offline
Meister aller Klassen
Offline
Meister aller Klassen
Registriert: Dec 2004
Beiträge: 889
Hallo Skypainter,

ich kann nur nochmal empfehlen, die "Null-Toleranz-Schiene" zu fahren und Verbündete zu suchen.

Ich kenne als studierter Betriebswirt im Bereich Logistik die Speditions-und Logistikbranche sowie die Theorie vs. Praxis sehr gut. Ich kenne die breite Ignoranz gegenüber dem Gefahrgutthema, die sich auf Grund der völlig unzureichenden Kontrolldichte unserer Landesbehörden in den Unternehmen ergibt. Leider haben auch die QM-Auditoren in 99% der Fälle keinen blassen Dunst von Gefahrgut bzw. wird die Thematik nicht hoch genug gewichtet. Ich musste jahrelang einen Versandspediteur eines großen Sammelgutnetzwerks betreuen. Selbst wenn die beim Audit im Feld Gefahrgut mißerabel waren, haben die unter dem Strich trotzdem bestanden, weil die Wichtung zu gering war.

Wenn du von Ignoranten umgeben bist, schreibe als Gb ausführliche Überwachungsprotokolle und sende diese mit Lesebestätigung an die Geschäftsleitung. Schule die Verkaufsabteilung (Sensibilisierungsschulung Gefahrgut) und zeige auf, was passieren kann und welche rechtlichen Konsequenzen auch im Straftatenbereich (fahrlässige Brandstiftung, Körperverletzung, Tötung, Ersatz fremden Eigentums) drohen. Reporte jeden festgestellten Mangel. Sichere dich selbst ab. Wer schreibt, der bleibt. Der Gb soll ein unbequemer Kontrolleur im Unternehmen sein, kein Ja-Sager, Durchwinker oder Mitarbeiter der Operative, der sich als 20% Gb-Stelle selbst kontrolliert.

Zeige dem Kunden auf, was ihm passieren kann. Nenne die 50.000 EUR nach GBefG und kläre ihn über die Konsequenzen und Straftatbestände auf. Bring das Beispiel Braille Battery Inc. aus den USA mit den 1,1 Mio. Strafe. Zeige ihm Schulungsanbieter in seiner Nähe. Vielleicht gibt es ja auch mal einen Erfahrungsaustausch unter Spediteuren der Region, bei dem man das zumindest regional auch mal losgelöst vom Profitdenken diskutieren kann, so dass der Kunde im Idealfall zumindest in der Nähe abgeschnitten ist. Ich weiß, es ist schwer...

Mehr kannst du nicht tun. Ich habe es da als externer Gb etwas einfacher. Ich muss auf keine kaufmännischen Belange des Unternehmens eingehen und kann die ungeschöhnte Wahrheit präsentieren. Mein Kollege bringt in den Beratungen und Schulungen immer wieder den Satz "Dann gehen Sie ins Gefängnis!". Das fruchtet bei Lithiumbatterien auch sehr schwer. Dennoch zeigen sich Erfolge. Dazu müssen die schwarzen Schafe aber erstmal auf den Monitor kommen.

Re: Prüfzusammenfassung für Tests nach UN 38.3 [Re: Nico] #27454 11.09.2019 09:10
Registriert: Dec 2004
Beiträge: 889
DJSMP Offline
Meister aller Klassen
Offline
Meister aller Klassen
Registriert: Dec 2004
Beiträge: 889
Ursprünglich geschrieben von: Nico
Ok dann läuft es bei euch wirklich ganz anders als es zb bei uns war. Der Kunde musste die Beförderungspapiere bis zu einem gewissen vordefinierten Zeitpunkt (18-20 Uhr) elektronisch übermitteln und die Dokumente wurden schon mal vorabkontrolliert. Wenn die Ware dann Nachts im Hub eintraf wurden die Versandstücke mit den Papieren vergleichen und gab es Unregelmäßigkeiten wurde die Sendung stehen gelassen. War alles ADR konform wurde die Ware dann weitergeleitet. Dafür hatten die Mitarbeiter ein Zeitfenster von ca. 2h.
In unseren AGB's stand zb auch, dass bei Gefahrgutware es zu Laufzeitverzögerungen kommen kann, wenn nicht alles den gesetzlichen Vorgaben entspricht und wir dafür keine Haftung übernehmen.
Ich sage nicht, dass das so zu 100% geklappt hat, aber es wurde doch größtenteils schon sehr Ernst genommen. Natürlich hat der Verkauf gemuckt und gemurrt, aber wie gesagt, war der Rückhalt durch die Geschäftsleitung sehr gut.


Du kannst eine Airline mit auf Versteckte Gefahren geschultes Annahmepersonal leider in keinster Weise mit einem Sammelgutspediteur vergleichen, der am nächsten Tag über sein Netzwerk in ganz Deutschland ausliefern muss und der HUB-Umschlag in der Mitte Deutschlands in der Nacht läuft und innerhalb von 2 Stunden bewältigt sein muss. Selbst der Sammelguteingang hat ein äußerst enges Zeitfenster zwischen Vorholung und Hauptlauf / HUB Lauf. Da schaut niemand auf irgendwelche Gefahrdingsdabumszeichen. Da gehts nur darum, alles in in kurzer Zeit von einem Fahrzeug ins nächste zu laden. Und was der Versandspediteur bei der Erfassung falsch gemacht bzw. ignoriert hat, zieht sich bis in die Nachlaufpapiere durch. Und wie Skypainter schon sagte: Die Mitarbeiter der Erfassung im Sammelguteingang sehen die Ware nicht einmal. Dass der Verlader irgendeinen Abgleich vornimmt, ob die Ware zu den Beförderungspapieren passt oder ob auf den/in den Paletten was Undeklariertes steckt, kannst du vergessen. Der kennt nur 2 Paletten Kunde A Fahrzeug 1, 1 Palette Kunde B Fahrzeug 2 innherhalb von einer Stunde usw.

Hier kann man nur alle sensibilisieren, dass es beim schwarzen Schaf dann eben einen Hinweis aus der Sammelguterfassung ins Lager gibt: Achtung wir haben heute wieder 2 Paletten Kunde XY. Schaut die euch mal genauer an!

Re: Prüfzusammenfassung für Tests nach UN 38.3 [Re: DJSMP] #27458 11.09.2019 09:54
Registriert: May 2015
Beiträge: 134
S
Skypainter Offline OP
Profi
OP Offline
Profi
S
Registriert: May 2015
Beiträge: 134
Ursprünglich geschrieben von: DJSMP


ich kann nur nochmal empfehlen, die "Null-Toleranz-Schiene" zu fahren und Verbündete zu suchen.



Hallo DJSMP
die Null-Toleranz-Schiene ist mein Credo. Kommt natürlich nicht immer gut an wink

Antwort auf


Leider haben auch die QM-Auditoren in 99% der Fälle keinen blassen Dunst von Gefahrgut bzw. wird die Thematik nicht hoch genug gewichtet. Ich musste jahrelang einen Versandspediteur eines großen Sammelgutnetzwerks betreuen. Selbst wenn die beim Audit im Feld Gefahrgut mißerabel waren, haben die unter dem Strich trotzdem bestanden, weil die Wichtung zu gering war.

Wenn du von Ignoranten umgeben bist, schreibe als Gb ausführliche Überwachungsprotokolle und sende diese mit Lesebestätigung an die Geschäftsleitung.



Gott sei Dank bin ich der QM Abteilung zugeordnet und organisatorisch direkt der GF. Insofern sind die Wege kurz. Ich weigere mich auch zu tief in die Geschäftsabläufe einzudringen, um ein gehöriges Maß an Distanz und damit eine gewisse Neutralität zu bewahren. Ich habe durchgesetzt, dass alle Mitarbeiter (auch Außendienstler, Verkäufer) eine ausgiebige Gefahrgutunterweisung erhalten. Innerhalb eines Jahres waren das jetzt 150 Schulungstermine. Das läuft also. Aber...die Vorgesetzten setzen das alles wieder aus. Braucht man nicht, kostet Geld etc... Also wieder Berichte schreiben...


ADR, ADN, RID, IMDG, IATA PK1
spez. Klasse 1 und 7
Strahlenschutzbeauftragter
Re: Prüfzusammenfassung für Tests nach UN 38.3 [Re: Skypainter] #27465 11.09.2019 13:07
Registriert: May 2015
Beiträge: 134
S
Skypainter Offline OP
Profi
OP Offline
Profi
S
Registriert: May 2015
Beiträge: 134
Hallo Nico,

es gibt ja ein grundsätzliches Problem:

ADR 2.2.9.2
Folgende Stoffe und Gegenstände sind zur Beförderung nicht zugelassen:
-Lithiumbatterien, die den Bedingungen des Kapitels 3.3 Sondervorschrift 188, 230, 310, 636 oder 670 nicht entsprechen.

Wie soll ich das prüfen, wenn keine Prüfzusammenfassung vorliegt?

Im Übrigen ist damit auch der Text auf der Webseite von Lithium-Batterie-Service widerlegt. Man kann Batterien ohne Prüfzusammenfassung dann nicht einfach als Prototypen deklarieren.

Gruß
Skypainter


ADR, ADN, RID, IMDG, IATA PK1
spez. Klasse 1 und 7
Strahlenschutzbeauftragter
Re: Prüfzusammenfassung für Tests nach UN 38.3 [Re: Skypainter] #27466 11.09.2019 13:36
Registriert: Mar 2018
Beiträge: 161
N
Nico Offline
Veteran
Offline
Veteran
N
Registriert: Mar 2018
Beiträge: 161
Ursprünglich geschrieben von: Skypainter
Hallo Nico,



Im Übrigen ist damit auch der Text auf der Webseite von Lithium-Batterie-Service widerlegt. Man kann Batterien ohne Prüfzusammenfassung dann nicht einfach als Prototypen deklarieren.

Gruß
Skypainter


Hallo Skypainter, ich dachte das hätten wir schon entschieden, dass dieser Text nicht korrekt formuliert ist und ich wirklich hoffe, dass jetzt niemand auf die Idee kommt einfach Prototypen aus seinen Batterien zu machen.


Fordert ihr denn jetzt von jeder einzelnen Gefahrgutsendung ein MSDS an oder glaubt ihr der Kennzeichnung und dem Beförderungspapier? Ich verstehe, dass du auf Nummer sicher gehen willst, aber du fordest doch nicht von jedem anderen Gefahrgut im Vorfeld einen Nachweis über die korrekte Klassifizierung an? Du vertraust hier auf die INformationen, die du vom Kunden erhältst und leider wird das auch bei den Batterien so ablaufen.
Es steht nicht in den Regularien, dass die Prüfzusammenfassung jeder Sendung beigelegt werden muss (so wie es vor Jahren beim Begleitdokument der Fall war) es steht nur dass Hersteller und Vertreiber diese zur Verfügung stellen müssen.
An der Tatsache, dass die Batterien geprüft sein müssen ändert sich ja nichts, das ist schon seit jahren so und aktuell lässt du dir das ja auch nicht für jede Sendung bestätigen oder?
Aus meiner Sicher gibt es hier nur 2 Möglichkeiten: Ihr schreibt euren Kunden vor, dass die Prüfzusammenfassung im Vorfeld übermittelt wird oder dem Paketen beiliegt. Ihr habt doch jederzeit das Recht Anforderungen zu stellen um auf der sicheren Seite zu sein oder ihr handhabt es so wie jetzt und fordert es im Zweifelsfall an.
Bei uns im GGBG gibt es da so einen schönen Absatz:
Antwort auf
Nimmt der Absender die Dienste anderer Beteiligter (Verpacker, Verlader, Befüller usw.) in Anspruch, hat er geeignete Maßnahmen zu ergreifen, damit gewährleistet ist, dass die Sendung den gemäß § 2 in Betracht kommenden Vorschriften entspricht. Er kann jedoch in den Fällen der Z 1, 2, 3 und 5 auf die ihm von anderen Beteiligten zur Verfügung gestellten Informationen und Daten vertrauen.

Ziffer 3 sagt : Der Absender darf nur Sendungen zur Beförderung übergeben, die den gemäß § 2 in Betracht kommenden Vorschriften entsprechen.
Wenn die Sendungen zum Versand aufgegeben werden, muss der Absender auch sicherstellen, dass er diese auch zum Transport übergeben darf.


Wenn jetzt bei jeder Sendung das Prüfzertifikat angesehen werden soll, muss man aber auch prüfen ob das Prüflabor überhaupt prüfen durfte, was schwer wird.
Wie man hier sieht, ist das nämlich eine berechtigte Frage, wer darf prüfen?
https://www.gefahrgut-foren.de/ubbt...-3-test-und-testbericht-machen#Post27464

Ich hatte jetzt schon ein paar Anfragen ob man das Dokument selbst erstellen darf.

lg
Nicole

Ps.: ich fürchte wir drehen uns im Kreis frown

Zuletzt bearbeitet von Nico; 11.09.2019 13:39.

Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen wo man nachschauen kann.

behördlich anerkannte Gefahrguttrainerin Luftfracht (PK 1 - PK 12) mit Fokus auf Lithiumbatterien
Seite 5 von 5 1 2 3 4 5

Moderator  urainer 

Suche

Aktuell wird diskutiert
Ventilschutz für CO2-Löscher ausreichend?
von Tanja_GB - 23.10.2019 14:44
Pflichten Empfänger
von Phi_l - 23.10.2019 14:03
Magnetfeld Messung
von Claudi - 23.10.2019 12:32
Produkttipps

Präsentiert von
ecomed SICHERHEIT und Storck Verlag Hamburg
Marken der ecomed-Storck GmbH
www.ecomed-storck.de
Impressum | Datenschutz
Powered by UBB.threads™ PHP Forum Software 7.7.3